Sterbebegleitung und Trauerarbeit - Therapeutisch und seelisch gestützt

 

Das Leben auf dieser Erde beginnt mit der Geburt und endet eines Tages für den Menschen mit dem Tod. Der Tod kann mit einer Krankheit  eingeleitet werden oder aber der aufgrund von allgemeiner Entkräftigung.

 

Im Todesprozess findet ein Schwellenerlebnis statt. Der Mensch und seine Seele befinden sich in einem Verwandlungsprozess, in dem der seelisch - geistige Anteil des Menschen über die Schwelle in die geistige Welt hinüber geht und sich dabei vom Erdendasein ablöst, in dem der physische Leib sozusagen abgelegt wird und hier auf Erden als tote Materie verbleibt.

 

In dem bewußten Wissen, dass der Tod im Grunde ein Übergang vom Physischen zum Geistigen darstellt,

gehört die Begleitung Sterbender auch zu meinem Aufgabenfeld und ist mir persönlich ein besonderes Anliegen.

In diesem Fall sehe ich mich als die Heb-Amme für Sterbende und deren nahen Angehörige.

 

Der Prozess des Sterbens kann ein kurzer jedoch auch sehr langer sein, der sich über mehrere Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre ziehen kann. Der Sterbende durchlebt während dieser letzten Phase seines Erdenlebens keine einfache Zeit.

Denn das Ablösen, ja der Auszug seiner Seele und Geistes aus dem Körper als seinem irdischen Haus kann sich sehr

schmerzhaft im seelischen Prozedere gestalten. Auf der einen Seite will der kranke, alte, entkräftete Mensch doch Abschied

von Hier und Jetzt nehmen, doch auf der anderen Seite kann es auch nicht so einfach sein, sich von hier zu verabschieden.

Es treten auch Unsicherheit auf, Ängste, Unruhe, Zweifel, Fragen wie:  "Was erwartet mich in der anderen Welt? Wo gehe ich denn wirklich hin?"

Der Weg vom Bekannten ins Unbekannte ist nicht einfach. Aus dieser Unsicherheit heraus entstehen dann innerliche Konflikte und plötzlich treten Charakterzüge des Sterbenden an den Tag, die seine Umgebung wenig oder kaum kannte: Aggressionen, Beschimpfungen mit unschönen Ausdrücken können da hoch kommen und sich gegen die ihn umsorgendenden und ihm täglich helfend zur Seite stehenden Angehörigen richten. Dies ist für seine Familie nicht einfach zu ertragen, denn sie fühlt sich dadurch ja verletzt und leiden darunter. Deshalb ist die unterstützende Begleitung und Aufklärung der Angehörigen von aussen sehr wichtig.

 

Verstorbene mögen einen würdigen Abschied hier aus dem Leben erhalten und somit sollte auch den engsten Angehörigen ihr Abschied vom Verstorbenen in würdiger Weise ermöglicht werden. Daher ist es wünschenswert und erstrebenswert, in pietätvoller Weise einen geschützten Raum zu erschaffen. Hierbei stehe ich Ihnen beratend zur Seite. Sie bekommen von mir hilfsvolle Unterstützung und Begleitung.

 

Zur gesunden Bewältigung der Trauer in der schicksalhaft tief einschneidenden Phase des Lebens ist die Abschiedsphase eine wichtige Hilfe in der Trauerarbeit. Deshalb ist es wichtig, dass die Auseinandersetzung mit dem Abschied nicht durch ein rasches Wegschließen des Verstorbenen vollzogen wird, sondern den Trauernden in diesem emotional äußerst bewegten Moment der notwendige Raum und die notwendige Zeit geschenkt wird. Der Trauernde bekommt die Möglichkeit, sich nicht sofort der Notwendigkeiten des alltäglichen Lebens ausgeliefert zu fühlen, sondern es soll ermöglicht werden, dass er sich im geschützten und gestützten Rahmen mit seinen inneren Gefühlen, Unsicherheiten und Bedürfnissen sammeln kann. Erst dann ist er bereit, seinen Blick zurück in den alltäglichen Strom des Leben zu wenden und auch in die ihn umgebenden Gemeinschaft zurück zu kehren.